Bei einem Gewinnspiel haben wir die Teilnahme am AMG Winter-Sporting 2008 in Arjeplog gewonnen. In dieser Gegend veranstalten viele Automobilformen Fahrtrainings, es werden aber dort auch neuen Modelle getestet, also eine Hochburg der Automobilindustrie in einem kleinen Städtchen in Nordschweden.
AMG Winter-Sporting 2008 in Arjeplog
Am Freitag ging es mit einem Airbus A320 Richtung Arvidsjaur in Schweden. Dort angekommen war es schon ziemlich kalt und weiß. Der Flughafen an sich ist nicht besonders groß, ganz im Gegenteil. 
Die AMG-Crew erwartete uns schon am Flughafen. Von Arvidsjaur ging es dann mit vorgeheizten AMG Sprintern nach Arjeplog, dort findet das alljährliche Winter-Sporting auf einem zugefrorenen See statt. Nach dem eintreffen im Hotel wurden wir erstmal eingekleidet und dann ging es auch schon fast los zur ersten Tour auf dem See. Die Teilnehmer wurden in 3 Gruppen eingeteilt, diese bestand aus max. 8 Fahrern plus einem Instruktor. Die Instruktoren sind alles Rennfahrer oder ehemalige Rennfahrer. Der Instruktor in unserer Gruppe ist früher Formel 3 sowie DTM gefahren, momentan fährt er Porsche Super Cup. Zur Auswahl für die Teams standen jeweils mehrere SLK 55 AMG Black Series, C 55 AMG sowie CLK 63 AMG. Was für ein Anblick in der untergehenden Sonne soviel geballte Power nebeneinander. Die Fahrt zum See dauerte ca. 10 min. dort angekommen wurde das ESP deaktiviert, damit der Fahrspaß aufkommt. Alle Fahrzeuge waren mit Spikes-Reifen bestückt. Auf dem See waren mehrere Parcours für das Wochenende vorbereitet. Es gab verschiedene Handlingkurse, verschiedene Kreisbahnen und eine Dynamikfläche die hauptsächlich zum Slalomfahren genutzt wurde. Der Freitagabend war hauptsächlich zum Fahrzeug und Strecken kennenlernen, nach knapp 2 Stunden war dann Schluss. Nach dem fahren gab es einen kleinen Empfang in einem Iglu mit Eisbar und Gläsern aus Eis, das war fantastisch und hatte ein tolles Fair.
Samstagmorgen ging es dann nach einer theoretischen Einweisung und ein paar Informationen über das Eis und die Veranstaltung wieder auf den See zum fahren. Dabei wurden in regelmäßigen Abständen die Fahrzeuge getauscht, so dass alle Teilnehmer alle Fahrzeuge fahren konnten. Vor der Mittagspause haben wir dann nochmal Slalom geübt, da nach der Mittagspause der 1. Teil der AMG Challenge anstand, einem Wettbewerb, der über das Wochenende verteilt war. Dabei musste aus dem Stand ein Slalomkurs durchfahren werden, anschliessend ging es über die Kreisfläche zurück auf den Slalomparcours und durch das Ziel. Nach dem 1. Teil wurden dann nochmal die anderen Handlingskurse gefahren. Mittels Data-Recording wurden dabei Auswertungen gemacht, diese beinhalteten neben der gefahrenen Strecke, die Zeiten (Sektor- und Rundenzeiten) bei Bedarf konnte auch die Längs- und Querbeschleunigung gemessen werden. Nach ca. 6 -7 Stunden auf dem See ging es dann abends wieder zurück in das Hotel. Die Autos wurden vorher noch in eine Garage gefahren, bei der sie bei Bedarf repariert werden konnten.
Sonntagmorgen ging es dann wieder sehr früh auf den See (übrigens bei Minus 30 Grad)
. Dort stand das Kreistraining an, da dies der 2. Teil für die Challenge war. Für die Challenge mussten zwei Runden auf dem Kreis im Drift gefahren werden. Nach einigem Üben hat das einen riesen Spaß gemacht, diese PS-Boliden im Drift durch den Kreis zu jagen. Nach dieser Challenge kam dann der 3. Teil, die sog, Driftchallenge. Auf einem der Handlingkurse musste auf einem gekennzeichneten Streckenabschnitt mit maximalem Drift gefahren werden. Damit war die Challenge beendet und der Spaß hat erst richtig angefangen. Nun wurden 2 Handlingkurse zusammengelegt und man konnte die beiden Kurse für fast eine Stunde befahren, das Gefühl war wie auf einer Rennbahn, es sollte zwar Abstand zum Vordermann gelassen werden, trotzdem versuchte man natürlich so nah wie möglich an diesen heranzukommen, nur das überholen war verboten. Wenn mal ein Auto in einer Schneebank neben der Strecke gesteckt hat, was übrigens öfters vorkam, war Manneskraft zum rausschieben angesagt, wenn das nicht geklappt hat, kam der Ruf nach dem G-Klasse AMG zum rausziehen.
Sonntagabend gab es dann „Traditionellen Abend“ im beheizten Holz-Tipi am See mit kulinarischen Spezialitäten aus Nordschweden. Für mich war aber die Fahrt mit dem AMG Eis-Taxi der Höhepunkt
. Dabei wurden wir von unserem Instruktor in einem C 55 AMG mit richtigen Spikes über die Strecken auf dem See chauffiert, wobei chauffiert natürlich das falsche Wort ist, es war eine Fahrt mit einer Affengeschwindigkeit, die einen Wahnsinnsspaß gemacht hat. Unser Instruktor jagte den Wagen nur so über das Eis, driftete durch die Kurven, leider war die Fahrt viel zu kurz und sehr schnell vorbei.
Montagmorgen waren dann nochmal 2 Stunden Vollgas angesagt. Diesmal wurden noch mehr Kurse zusammengelegt und wir fuhren mit allen 3 Gruppen gleichzeitig auf der Strecke. Der Schnee und das Eis spritzten hinter den Wagen weg und zum Teil konnte man fast nichts mehr sehen außer einer weißen Nebelwand. Doch leider waren die 2 Stunden schnell vorbei, zu schnell und damit war das fantastische Wochenende auch schon wieder vorbei. Die Autos wurden in die Garage und wir wurden zum Flughafen gefahren.
Für uns war es ein unvergessliches Wochenende was wahnsinnig viel Spaß gemacht hat.